Letztes Halali für Ralf Jäger

Ein schöner Nebeneffekt der NRW-Landtagswahl: Skandal-Innenminister Ralf Jäger (SPD) wird nicht länger im Amt bleiben. Damit endet eine siebenjährige Schmierenkomödie, in der ein abgebrochener Pädagogikstudent in der Innenbehörde des einwohnerreichsten deutschen Bundeslandes Minister spielen durfte.

Von Ratsmitglied Markus Wiener (PRO KÖLN)

Ralf Jäger zeigte dabei über lange Strecken, wie man sich auch völlig unbeleckt von juristischen Kenntnissen wortgewaltig als Innenminister in Szene setzen kann. Sei es als rabiater Kämpfer gegen rechts, der gerne mit Kanonen auf Spatzen schießen ließ. Sei es als notorischer Muslimversteher, bei dem selbst dann noch „nix mit nix zu tun hatte“, als schon hunderte Salafisten mit Messern und Steinen auf Polizisten los gingen und fast ebenso viele Islamfanatiker aus NRW zum fröhlichen Dschihad in den Nahen Osten aufbrachen.

Mehr Schein als Sein prägte Jägers Amtsführung, wobei ihm sein kaltschnäuziger Machtinstinkt durchaus zu Pass kam. Lange Zeit gehätschelt von einer ebenso links drehenden Landespresse ging das Kalkül des dreisten Emporkömmlings über Jahre auf. Steigende Einbruchszahlen? Bürger, macht gefälligst selbst den „Riegel vor“! No-Go-Areas, brutale Bandenkriege und clanartig organisierte Ausländerkrimininalität? Mehr interkulturelle Kompetenz und Verständnis bei der Polizei! Kaputte Straßen und Brücken? Blitzermarathon, damit wenigstens keiner zu schnell ins Schlagloch fährt!

Wenn ihm nur nicht die Kölner Silvesternacht dazwischen gekommen wäre! Nach diesem völligen Zusammenbruch von Recht und Gesetz im Herzen der Millionenstadt Köln gingen selbst die Naivsten Jägers Beteuerungen von „nichts gewusst, nichts falsch gemacht“ nicht mehr länger auf dem Leim. Nur die in Nibelungentreue an ihm festhaltende Ministerpräsidentin rettete Jäger über die Schlussrunde und vor dem vorzeitigen KO. Ob Frau Kraft alles wieder so machen würde, wenn sie das bittere Ende vorher gesehen hätte?

Für Nordrhein-Westfalen bleibt festzuhalten: Allein schon die Ablösung dieses amtsunfähigen Ministers ist ein Erfolg der gestrigen Landtagswahl. Denn in Abwandlung einer alten Volksweisheit darf in diesem speziellen Fall die Prognose gewagt werden: Etwas schlimmeres kann nicht nachkommen.

Bildnachweis oben: IMG_7153.jpg von Thomas Rodenbücher unter CC BY 2.0