Vandalismus und Tierquälerei am Pescher See

Seit geraumer Zeit beschweren sich der Bürgerverein Pesch und Anwohner des Pescher Sees über Vandalismus und Verschmutzung rund um das Gewässer. Trotz des (noch) offiziellen Status als Landschaftsschutzgebiet sorgen illegale Badegäste, Griller und sonstiges Partyvolk gerade an den Wochenenden und in den Abendstunden für erhebliche Probleme. Schon im Frühjahr war die Situation wieder so schlimm, dass der Bürgerverein Politik und Verwaltung mit einer Bilddokumentation informierte. Geschehen ist seitdem offenbar wenig, wie ein neuerlicher Brandbrief einer Anwohnerin an Politik und Medien zeigt, in dem jetzt sogar noch Fälle von Tierquälerei an den Wasservögeln des Sees geschildert und mit Fotos (s.o.) belegt wurden:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

bedauerlicherweise muss ich mich erneut mit Ihnen in Verbindung setzen!

Anbei zwei Fotos vom toten Schwanenbaby, welches ich vorgestern am Strandufer gefunden habe (leider konnte ich Ihnen nicht eher schreiben). Am Dienstag hatte ich die Schwanenfamilie mit ihren vier Jungtieren noch gesund und munter, in mitten von Idioten gesehen, die die Tiere mit irgendeinem Mist gefüttert haben. Ebenfalls habe ich erneut beobachtet, wie unangeleinte, größere Hunde Jagd auf die Wasservögel machen und Jugendliche mit Steinen und Stöcken nach den Tieren werfen!!!

Meiner Ansicht nach, wurde das arme Tierchen von irgendwem getötet, da der Hals länger und verdreht erschien; wäre auch nicht das erste Mal, dass die Tiere dort mutwillig angegriffen und brutal getötet werden. Jedenfalls ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Tier NICHT eines natürlichen Todes gestorben ist, sehr groß!

Deshalb nochmals meine dringende Frage an Sie, wie lange Sie die Situation am Pescher See noch so hinnehmen wollen, bzw. was geplant ist und welche Maßnahmen die Stadt ergreifen wird, um die Sache in den Griff zu bekommen? Ich bestehe auf mein Recht als (steuerzahlender) Bürger der Stadt Köln, dass hier endlich mal eine klare Linie und Grenzen geschaffen werden, oder haben Sie weiterhin vor, die Vogel Strauß Politik zu betreiben?

An den Zugängen zum See stehen nach wie vor die Verbotsschilder „Baden, Lagern und offenes Feuer verboten“, da es sich um ein LANDSCHAFTSCHUTZGEBIET handelt!!! Das Ordnungsamt läuft zwischenzeitlich vermehrt seine Beobachtungsrunden, jedoch wird zum Thema nicht viel gesagt, oder ermahnt! Lediglich ein paar Hundebesitzer werden hier und da angesprochen, dass ihre Hunde anzuleinen sind.

Wenn Sie dies weiterhin dulden, dass die Besucher des Sees sich dort zum Baden, Grillen und Lagern niederlassen, dann fordere ich Sie auf, endlich öffentliche Toiletten und größere Müllbehälter aufzustellen und die Nistplätze in den kleineren Uferregionen irgendwie vor diesen kleingeistigen Tieffliegern zu schützen! Ist es in Ihrem Interesse, dass die Leute dort ihre kleinen und auch großen „Geschäfte“ in die angrenzenden Gebüsche (die auch nicht wesentlich sichtgeschützt sind) verrichten?

Das was mich und auch viele andere Anwohner am meisten ärgert ist jedoch die Tatsache, dass hier die Wasservögel und auch die Natur mit Füßen getreten und nicht geschützt werden! Dies ist nicht weiter akzeptabel! Weiterhin ist auch die Müllsituation keinesfalls zufriedenstellend! Der Weg und auch der große Uferbereich, werden ordentlich gereinigt, jedoch lässt die Sauberkeit der angrenzenden Gebüsche und kleineren Buchten um den See, sehr zu wünschen übrig.

Wilder Müll wird entsorgt, Grillreste und Scherbenhaufen werden dort einfach zurückgelassen, so etwas nennt man auch Umweltverschmutzung! Wir leben hier doch nicht im Ghetto!!!! Wir haben uns mit anderen Anwohnern bereits über die Möglichkeit einer Untätigkeitsklage informiert und hoffen sehr, dass es nicht zu diesem Schritt kommen muss.

Schicken Sie Ihre Beamten doch bitte mal, an einem schönen Sommerwochenende (Freitag, oder Samstag) ab dem späten Nachmittag, bzw. frühen Abend an den Pescher See. Es bringt nichts, wenn sie in den Morgenstunden, oder um die Mittagszeit dort ihre Rundgänge machen, denn dann sind die ganzen „Wilden“ noch nicht da.

Die Geduld vieler Pescher ist nun leider am Ende und ich fordere Sie, auch im Namen anderer Anwohner, ein letztes Mal auf, härter durchzugreifen, oder die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, sollte das „Pescher Baggerloch“ nunmehr offiziell als Badesee genutzt werden dürfen; gleiches gilt auch für die Baggerllöcher im angrenzenden Bereich der Stöckheimer Höfe – dort sieht die Situation nämlich nicht anders aus!“