Sommerinterview mit Markus Wiener

Lesen Sie in unserem großen Sommerinterview, was der stellvertretende PRO-KÖLN-Vorsitzende und Sprecher der Ratsgruppe, der 41jährige Politologe Markus Wiener, zu den Themen KÖLN UNZENSIERT, der Situation im Stadtrat und der Entwicklung von PRO KÖLN insgesamt zu sagen hat:

Herr Wiener, das von PRO KÖLN seit April herausgegebene Nachrichtenblog KÖLN UNZENSIERT hat bereits für einige Schlagzeilen gesorgt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit …

Was auch an den Zugriffzahlen abzulesen ist: Inzwischen haben sich die wöchentlichen Seitenaufrufe auf knapp 30.000 eingependelt, was eine sehr ordentliche Hausnummer für eine kommunalpolitische Internetseite ist. Wenn ich mir vorstelle, wieviele Flugblätter man Woche für Woche verteilen müsste, um in ähnlicher Weise die Sicht von PRO KÖLN auf das politische Geschehen unters Volk bringen zu können, dann lobe ich mir doch den Siegeszug des Internets.

Der Vorwurf von Kritikern, dass KÖLN UNZENSIERT nicht objektiv sei und „unterschwellig die Botschaften von PRO KÖLN transportierte“, stört Sie als gelernten Journalisten also nicht?

Nein, wie sollte es auch – das steht doch schon groß und breit in der Selbstdarstellung von KÖLN UNZENSIERT: „KÖLN UNZENSIERT ist ein regionaler politischer Nachrichtenblog, der von der Bürgerbewegung PRO KÖLN herausgegeben wird. Unser Anspruch ist es, unbequeme und heikle Themen aufzugreifen, die ansonsten von den etablierten Kölner Medien verschwiegen würden. Dazu gehört auch die politische Arbeit von PRO KÖLN, die von der Lügen- bzw. Lückenpresse systematisch ausgeblendet wird.“

Und genau das tut KÖLN UNZENSIERT mit großem Erfolg. Außerdem erwarten wir auch nicht, dass sich politisch interessierte Bürger nur aus unserem recht übersichtlichem Angebot informieren. Wir gehen stattdessen davon aus, dass sich die Menschen aus unterschiedlichen Quellen informieren und wir nur eine notwendige Ergänzung zum politisch links eingefärbten Angebot der Kölner Medien sind. Es wäre nur schön, wenn auch meine ehemaligen Kollegen der Journalistenzunft so ehrlich wie wir wären und ihre Zeitungen und Blogs mit dem Warnhinweis versehen würden: „Dreiviertel unserer Redakteure sind politisch links verortet – und dementsprechend einseitig informieren wir Euch, liebe Bürger.“

Wie kommt es eigentlich , dass KÖLN UNZENSIERT besser angenommen wird als die frühere PRO-KÖLN-Seite?

Weil KÖLN UNZENSIERT optisch und stilistisch auf einem zeitgemäßen Niveau ist und flott rüber kommt. Und weil die Menschen wohl auch gerne Berichte und Reportagen abseits von reinen Parteipresseerklärungen lesen und sehen wollen. In diesem Sinne ist auch unser neu gestartetes PRO KÖLN TV ein wichtiger Bestandtteil unserer Öffentlichkeitsarbeit: Mit diesen kurzen Youtube-Videos erreichen wir die Bürger nochmal auf einer anderen und etwas persönlicheren Ebene. So ein Clip kann dann schon mal eine Wirkung wie dutzende zusätzliche Bürgergespräche an Infoständen haben.

Einmal abseits von der Öffentlichkeitsarbeit – was tut sich sonst bei PRO KÖLN, z.B. im Stadtrat? In den etablierten Kölner Medien sieht und liest man davon praktisch gar nichts ….

Was ja mit ein Grund für den Start von KÖLN UNZENSIERT und PRO KÖLN TV war! Denn in Wirklichkeit leisten wir gemessen an dem Umstand, dass wir derzeit nur als Zwei-Personengruppe im 90köpfigen Stadtrat vertreten sind, eine sehr ordentliche Oppositionsarbeit. Wir ärgern die Mächtigen nicht nur regelmäßig mit lästigen Gegenreden und unangenehmen, aber wichtigen Anfragen, die sie dann zähneknirschend beantworten müssen. Wir haben zudem ganz konkrete Erfolge vorzuweisen: So ist das Kölner Rathaus dank unseres hartnäckigen Nachbohrens bei der Bezirksregierung endlich wieder frei von illegaler Parteiwerbung und der Stadtrat muss aufgrund unserer erfolgreichen Klage beim Oberverwaltungsgericht Münster die Luxusfinanzierung der Fraktionen der Altparteien eindampfen und ein gerechteres Finanzierungsmodell verabschieden.

Gilt diese positive Einschätzung für die Lage der Bürgerbewegung PRO KÖLN insgesamt?

Wir haben erst vor wenigen Tagen eine absolut harmonische Mitgliederversammmlung erleben dürfen, wo der Zusammenhalt und Optimismus wieder zum greifen waren. Erstmals seit dem Einschnitt bei der Kommunalwahl 2014 haben wir auch wieder leicht steigende Mitgliederzahlen zu verzeichnen. Finanziell steht PRO KÖLN weitaus besser da als noch vor zwei oder drei Jahren. Ja, wir haben uns also eindeutig konsolidiert, wie es so schön heißt.

Und was bedeutet das Aufkommen der AfD und ihre Entwicklung nach dem Abgang von Bernd Lucke für PRO KÖLN?

Mit der AfD hat endlich deutschlandweit eine relevante Partei rechts der Mitte Gestalt angenommen. Die früheren überregionalen Gehversuche islamkritischer und anderer rechtsdemokratischer Bewegungen sind damit überflüssig geworden. Wie wohl die meisten PRO-KÖLN-Anhänger, hoffe auch ich im Herbst auf den Einzug der AfD in den Bundestag. PRO KÖLN selbst konzentriert sich deshalb seit geraumer Zeit nur noch auf die Kommunalpolitik, wo es Raum für ein vielfältiges Angebot und lokale Wählervereinigungen unterschiedlichster Couleur gibt. Wenn dann bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2020 zwei möglichst starke Fraktionen der AfD und PRO KÖLN in den Rat einziehen, wäre das doch eine schöne Ergänzung zu dem halben Dutzend Fraktionen und Gruppen links der Mitte, die sich dort schon tummeln.