Kölner Polizei im Kampf gegen die wachsende Drogenszene

Zum wiederholten Male ist die Polizei Köln am Montag gegen die innerstädtische Drogenszene auf den Platzflächen Neumarkt und Ebertplatz vorgegangen. Verstärkt durch Kräfte der Bereitschaftspolizei kontrollierten die Beamten insgesamt 56 verdächtige Personen an diesen Brennpunkten. Zwei überörtliche Haftbefehle wurden vollstreckt. Einen 19jährigen Taschendieb stellten die Polizisten am Neumarkt auf frischer Tat. Den wohnsitzlosen, notorischen Langfinger schickte heute ein Haftrichter in Untersuchungshaft.

Im Einsatzzeitraum von 11 – 19 Uhr erteilten die Einsatzkräfte 41 Platzverweise zur Verhinderung von Straftaten. Bei drei Verdächtigen stellten die Polizisten geringe Mengen Drogen sicher und legten Strafanzeigen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor.

Gegen 13.10 Uhr bemerkte eine Kölnerin auf Höhe eines Kiosks auf der Platzfläche Neumarkt, wie ein ihr Unbekannter in ihre Handtasche griff. Als sich die Geschädigte erschrocken dem jungen Mann zuwandte, versuchte dieser in Richtung Cäcilienstraße zu flüchten. Die 54-Jährige wollte den verhinderten Taschendieb festhalten und machte lautstark auf sich aufmerksam. Der bereits überörtlich mit Eigentumsdelikten in Erscheinung getretene Nordafrikaner riss sich jedoch los, woraufhin sein Opfer vor der dortigen Rolltreppe zu Boden stürzte.

Der Flüchtige rannte ohne Beute über die Cäcilienstraße, Kronengasse, Antonsgasse davon und überquerte im Sprint die Schildergasse. Mehrere Zeugen und Polizisten nahmen die Verfolgung auf. Vergeblich bemühte sich der Ertappte jedoch, mehreren Bereitschaftsbeamtinnen und -Beamten zu entkommen. Nach einem Schwenk über den Offenbachplatz rannte der 19-Jährige über die Brüdergasse in die Krebsgasse. Dort versuchte er noch, sich im Toilettenbereich eines asiatischen Restaurants zu verstecken. Vergeblich. Gefesselt führten die Uniformierten den Festgenommenen zum Streifenwagen. In den letzten beiden Jahren ist der Mann bereits mehr als 20-mal mit Diebstahls- und Drogendelikten auffällig geworden. Aus einer Untersuchungshaft nach fortgesetzten Taschendiebstählen war er erst im Juni entlassen worden.

Im Zeitraum von April bis Juli mussten die Ordnungshüter auf den beiden Innenstadtplätzen in insgesamt 291 Fällen einschreiten. Davon allein nach Drogenverstößen 41-mal. Auch die weiteren Einsätze an diesen Brennpunkten werden weit überwiegend durch das „Milieu“ veranlasst. Dabei treten insbesondere Angehörige dieser Klientel wahlweise als hilflose, verdächtige oder randalierende Personen in Erscheinung. In 28 Fällen legten die Beamten Strafanzeigen gegen Schläger vor. 14 Taschendiebstähle wurden zur Anzeige gebracht.