10 Millionen-Luxusherberge für „Flüchtlinge“ eröffnet

Voilà, es ist angerichtet: Wo früher Bud Spencer und Diego Maradona nächtigten oder Christoph Daum Schlaf und anderes suchte, können es sich ab sofort bis zu 150 männliche Merkel-Ehrengäste bequem machen: Das ehemalige 4-Sterne-Bonotel in Kölns Nobelviertel Marienburg hat seine Pforten exklusiv für allein reisende Männer aus aller Herren Länder neu geöffnet. Mit Kosten von rund 10 Millionen Euro für die Stadt Köln – noch bevor überhaupt der erste Neubürger eingezogen ist.

Der Stadt Köln ist eben nichts zu teuer für weitgereiste abenteuerlustige Männer, die bekanntlich „Wertvolleres als Gold“ zu uns bringen. Da wollte sich das Kölner Wohnungsamt nicht lumpen lassen und scheute selbst 5,8 Millionen Euro Ankaufspreis nicht. Auch weitere 3,4 Millionen Euro für Umbau- und Renovierungsarbeiten waren kein Problem in einer Stadt, in der laut Aussage der CDU-Vertreterin im Sozialausschuss Geld bei der Unterbringung von „Flüchtlingen“ keine Rolle spielen dürfe.

Die exklusiv für Männer vorbehaltene Unterkunft kann sich dementsprechend sehen lassen: In der Luxuslobby empfangen exquisite Wandgemälde und Marmorböden die gestressten Neuankömmlinge, während es die Sozialberatung dann in der „Piano-Lounge“ gibt. In den meisten Zimmern und Suiten wurde liebevoll das gediegene Mobiliar beibehalten.

Brandschutz, Wasserleitungen und alte Teppichböden – zuvor jahrelang gut genug für zahlende Gäste eines 4-Sterne-Hotels – wurden von der Stadt dagegen kostspielig erneuert. Dass für die Zerstörung dutzender Arbeitsplätze durch die zwangsweise erfolgte Einstellung des noch laufenden Hotelbetriebes weitere 700.000 Euro an Ablöse für den letzten Pächter fällig wurden, setzt dem Ganzen die Krone auf.

Der Leiter des Kölner Wohnungsamtes, Josef Ludwig, will trotz allem nichts von Steuergeldverschwendung wissen. Das Bonotel als Luxusherberge für „Flüchtlinge“ rechne sich immer noch: Die fiktive Anmietung eines entsprechenden anderen Gebäudes auf 20 Jahre wäre wesentlich teurer geworden. Um was für ein fiktives Gebäude es sich bei diesem absurden Rechenmodell wohl handelt? Das Steigenberger am Dom? Die Kranhäuser am Rhein?

Wie wärs denn stattdessen mit einer alten frei stehenden Kaserne oder Wohncontainern? Ob sich die ehemalige Luxusherberge dann immer noch für die Stadt „gerechnet“ hätte und ob überhaupt die laufenden Betriebs- und Unterhaltskosten (und die Schlussrenovierung) in Ludwigs famoser Theorie beinhaltet sind, bleibt ebenfalls das Geheimnis des stets verbindlich-jovial auftretenden Spitzenbeamten. Es ist ja auch nicht sein Geld …